
Hören Sie auf, über die Anordnung der Heizgeräte in der Tunnelöfen zu raten
Die Einrichtung eines Tunnelofens für die Pulverbeschichtung wirkt oft wie ein riesiges „Versuch und Irrtum“-Spiel. Man baut die Anlage auf, testet einige Teile – stellt anschließend fest, dass es irgendwo im Ofen kühle Stellen gibt. Danach muss man den ganzen Nachmittag damit verbringen, die Heizgeräte umzustellen. Das ist wirklich nervig.
Wir haben eine bessere Lösung gefunden: Digitale Zwillinge. Im Grunde simulieren wir die gesamte Anlage bereits bevor wir auch nur ein einziges Heizgerät am Rahmen befestigen.
Die Wärmeverteilung sehen
Stellen Sie sich das nicht einfach als eine einfache 3D-Darstellung vor. Es handelt sich dabei um ein Modell, das tatsächlich die Physik berücksichtigt. Wir geben die Leistung der Heizgeräte sowie die spezifische Wärmekapazität der Teile ein – die Simulation zeigt anschließend genau, wie sich die Wärme durch den Ofen ausbreitet.
So können Sie tote Zonen erkennen, in denen die Luft stillsteht, oder Bereiche, in denen die Teile nicht richtig trocknen. Auf diese Weise können Sie die richtige Abstände zwischen den Heizgeräten bestimmen. Wenn die Heizgeräte zu nah beieinander stehen, verbrennt das Pulver. Wenn sie zu weit voneinander entfernt sind, entsteht eine ungleichmäßige Trocknungsprozess. Die Simulation zeigt uns genau, welcher Abstand benötigt wird, damit die Temperaturkonstant bleibt – ohne Raten.
Müllvermeidung
Physische Prototypenbildung ist kostspielig. Jedes Mal, wenn man die Heizgeräte an einer laufenden Anlage verschiebt, wird Energie verschwendet und es entstehen unnötige Abfälle. Mit digitalen Zwillingen können wir die Anlage im Voraus simulieren. So können wir die Geschwindigkeit des Transportbands anpassen und genau sehen, wie sich das auf die Trocknungszeit auswirkt – ohne einen einzigen Metallstück zu verschwenden.
Außerdem erhalten Sie eine klare Darstellung der Wärmeverteilung. Dadurch wissen Sie sofort, ob Ihre Stromversorgung wirklich ausreicht – oder ob Sie schon bald einen Kurzschluss erleben werden, sobald alle Bereiche die maximale Temperatur erreichen.
Realitätscheck
Das ist zwar keine Magie – aber das Modell ist nur so gut wie die Informationen, die wir hineingegeben haben. Wenn zum Beispiel die Temperatur im Produktionsraum 10 Grad niedriger ist als in der Simulation, wird auch die tatsächliche Aufwärmzeit anders ausfallen. Deshalb führen wir immer noch etwas klassische Kalibrierung durch. Sobald die Anlage tatsächlich in Betrieb ist, überprüfen wir einige physikalische Messwerte, um sicherzustellen, dass die digitale Simulation mit der Realität übereinstimmt.